Oettinger klagt über Medieninteresse am Privatleben von Politikern

"Boulevardisierung der Politik"

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU), der kräftig daran mitwirkt, die Politik und politische Kultur der alten Bundesrepublik zu "reformieren", hat sich kritisch über das Medieninteresse am Privatleben von Politikern geäußert. Die Intensität, mit der man in der Öffentlichkeit betrachtet werde, habe stark zugenommen, sagte Oettinger am 11. Dezember in Stuttgart, bezugnehmend auf einen Bericht der "Bild"-Zeitung und anderer Medien über sein Privatleben. Vor 20 Jahren wäre so etwas nicht denkbar gewesen. Der Berliner Medienwissenschaftler Jo Groebel sprach derweil von einer "gewissen Boulevardisierung der Politik".

Oettinger führte die Entwicklung vor allem auf die Konkurrenz unter den Medien zurück. Das Verhalten der Medien in Deutschland gleiche zunehmend dem der Medien in England und den USA, wo das Leben von Politikern eine große Rolle spielt. "Wir haben eine amerikanische Entwicklung in Deutschland", sagte der Ministerpräsident.

Auch diese Aussage erstaunt, vor dem Hintergrund einer verstärkten Annäherung der Deutschen Bundesregierung unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an die USA.