UNO-Umweltchef kritisiert deutsche Wirtschaft

"Diskrepanz zwischen Reden und Handeln"

Der Leiter des UNO-Umweltprogramms UNEP, Achim Steiner, wirft der deutschen Wirtschaft eine Diskrepanz zwischen Reden und Handeln vor. "Zum Beispiel bekennen sich die Unternehmen der Verkehr- und Energiebranchen zwar öffentlich zum notwendigen Klimaschutz. Zugleich erleben wir aber, dass konsequente Schritte immer wieder in Frage gestellt werden", sagte Steiner der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mit Blick auf die am Montag beginnende Weltklimakonferenz auf Bali. Die UNEP bedaure, dass nicht nur Deutschland, sondern viele Industrieländer zu lange gezögert hätten, in eine effizientere Energiezukunft zu investieren.

Steiner sagte, er habe manchmal den Eindruck, dass man in Deutschland zu lange daran geglaubt habe, dass die Bevölkerung sich nicht um den Klimawandel kümmert. "Aber die Lage hat sich verändert. Deswegen steht die deutsche Automobilindustrie unter Druck, neue Ideen, Technologien und Modelle anzubieten", sagte Steiner.