Für Roland Koch sind 9,80 Euro für Post-Arbeitnehmer offenbar zu viel

"Hoher Mindestlohn"

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) kritisierte den Tarifabschluss in der Postbranche und den Mindestlohn von 9,80 Euro. "Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei der Post haben im Rahmen der Tarifautonomie schlechte Bedingungen geschaffen", sagte Koch der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Es sei nicht klug vom Post- Arbeitgeberverband gewesen, einen so hohen Mindestlohn anzubieten, so der CDU-Politiker. Das koste jetzt die ersten Arbeitsplätze, behauptete Koch.

Der Postdienstleister Pin hatte angekündigt, wegen der Mindestlohnpläne für die Postbranche rund 1000 Mitarbeiter zu entlassen.

Koch kritisierte auch die Post-Konkurrenten. Diese hätten den Fehler begangen, nicht rechtzeitig einen eigenen Arbeitgeberverband zu gründen und Tarifverträge zu schließen. Wenn sie dies nicht versäumt hätten, wäre die Lage heute anders. "Man darf nicht alles vor der Tür der Politik abkippen, was eigenes Versäumnis ist", sagte Koch.

Er sprach sich gegen flächendeckende Mindestlöhne aus. Die Linkspartei fordert einen gesetzlichen Mindestlohn für alle Branchen.