Arbeitslosenquote stieg im Januar weniger an als üblich

Aussagekraft der Statistik bezweifelt

Die Arbeitslosenzahl ist laut Bundesagentur für Arbeit (BA) im Januar weniger stark gestiegen als üblich. Im Januar stieg die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland demnach um 253.000 auf 3.659.000. Das waren 625.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,6 Punkte auf 8,7 Prozent zu. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 10,2 Prozent gelegen. Die Linksfraktion im Bundestag widersprach dem nicht, sprach allerdings von "geschönten Daten". "Ein-Euro-Jobber und Arbeitslose in Weiterbildungsmaßnahmen tauchen in der Statistik nicht mehr auf", kritisierte die Bundestagsabgeordnete Kornelia Möller und sprach von "Statistikspielchen".

"Nach dem Willen der Koalition sollen in Zukunft auch noch erwerbsfähige Hilfsbedürftige, die über 58 Jahre alt sind, seit 12 Monaten Arbeitslosengeld II beziehen und keine Beschäftigung angeboten bekommen, nicht mehr als erwerbslos gelten und ab 63 Jahren sogar zwangsverrentet werden", so Möller. "Auf diese Weise verfälscht die schwarz-rote Regierung die tatsächlichen Verhältnisse und wird sich weiterhin Erfolge zuschreiben, die in Wahrheit nur Zahlenspielereien auf dem Rücken der Betroffenen sind."

Auch die oft zitierten Meldungen, dass mehr ältere Erwerbslose wieder in Arbeit gebracht worden seien, erwiesen sich bei näherem Hinsehen als "falsch interpretierte Zahlen". So weise der DGB darauf hin, dass der leichte Anstieg bei den Beschäftigungsverhältnissen Älterer nicht bedeutee, dass mehr Ältere in Arbeit gekommen seien. Vielmehr sei er darauf zurückzuführen, dass geburtenstarke Jahrgänge, die bereits Arbeit haben, älter würden.

"Tatsache bleibt, dass durchschnittlich nur 30 Prozent der 60 bis 64-Jährigen einer Erwerbsarbeit nachgehen", so Möller. "All diese Schönfärbereien und Verschleierungen sind nicht akzeptabel. Nötig sind vielmehr echte Verbesserungen für erwerbslose Menschen, mehr Rechte für Arbeitnehmer und ein Mindestlohn von 8 Euro 44 plus x."