Sparmaßnahmen im Rettungsdienst sollen Notfall-Patienten gefährden

Schließung von Krankenhäusern

Die Sparmaßnahmen im Rettungsdienst führen nach Einschätzung der Rettungsärzte zu einer Verschlechterung der medizinischen Notfallversorgung. Die neueste Leistungsanalyse des Deutschen Rettungsdienstes im Unfallverhütungsbericht weise erhebliche Verzögerungen des Eintreffens der Rettungswagen bei akuten Notfällen mit 8,1 Minuten und für den Notarzt mit 11,8 Minuten auf, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND), Peter Sefrin, am 31. Januar in Berlin. Dies sei im Vergleich zur Analyse von 2000/01 eine Verschlechterung um 1,5 Minuten. Im noch nicht vorliegenden Bericht 2006/2007 seien weitere Verschlechterungen zu erwarten. Gründe für die Verschlechterung der Notfallversorgung seien Kürzungen bei der Finanzierung des Rettungsdienstes. Durch Schließung von Krankenhäusern verringere sich die Anzahl der Notärzte immer mehr.

Durch das spätere Eintreffen des Notarztes habe sich das so genannte therapiefreie Intervall vergrößert, was die Rettungschancen deutlich verringern könne, betonte der Mediziner. Es sei wissenschaftlich nachgewiesen, dass nur eine frühzeitige notfallmedizinische Hilfe die Voraussetzungen für ein Überleben und eine Minderung der Notfallfolgen garantiere.

Dies gelte nicht nur für die ersten Minuten bei Opfern von Verkehrsunfällen, sondern auch bei medizinischen Notfällen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.