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Bewährungsstrafen im Prozess um Rekrutenmisshandlungen gefordert

Bundeswehr "keine Söldnertruppe"

Im Prozess um die Misshandlung von Rekruten in der Freiherr-vom-Stein-Kaserne in Coesfeld hat die Staatsanwaltschaft für die drei Hauptangeklagten Haftstrafen auf Bewährung sowie Geldbußen gefordert. Es sei erwiesen, dass die beiden früheren Zugführer der Bundeswehr, Martin D. und Michel H., die Hauptverantwortlichen für die Auswüchse in der Kaserne gewesen seien, hieß es am 6. Februar vor dem Landgericht Münster im Plädoyer der Anklagebehörde. Die beiden Zugführer hätten dem Ansehen der Bundeswehr geschadet. Diese sei "keine Söldnertruppe". Die Ausbilder sollen 2004 bei vier simulierten Geiselnahmen mehr als 160 Rekruten misshandelt und entwürdigend behandelt haben. Für den damaligen Kompaniechef, den Hauptmann Ingo S., forderte die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten, die ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt werden soll.

Er habe sich von den beiden Zugführern "überfahren lassen" und sich in diesem Punkt als "unfähiger Vorgesetzter" erwiesen. Als Bewährungsauflage soll der Ex-Kompaniechef eine Geldbuße in Höhe von 4000 Euro zahlen, seine ehemaligen Zugführer jeweils 3000 Euro.

Für die verbliebenen sechs Beschuldigten verlangte der Anklagevertreter Haftstrafen auf Bewährung zwischen sechs und 18 Monaten sowie eine Geldstrafe in Höhe von 4800 Euro.

Der Prozess, der als größtes Verfahren in der Geschichte der Bundeswehr gilt, wird am 18. Februar mit den Plädoyers der Verteidiger fortgesetzt.

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