Haftbefehl gegen 20-Jährige nach rassistischem Angriff

Mordmerkmale

Nach dem rassistisch motivierten Angriff auf einen dunkelhäutigen Mann am 2. März im Berliner S-Bahnhof Frankfurter Allee sitzt die 20-jährige mutmaßliche Täterin in Untersuchungshaft. Die Frau hatte den Angaben zufolge das 19-jährige Opfer zunächst attackiert und dann vor eine einfahrende S-Bahn ins Gleisbett gestoßen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft habe ein Ermittlungsrichter einen Haftbefehl wegen dringenden Tatverdachts des versuchten Mordes erlassen, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Michael Grunwald, am 3. März mit. Den Ermittlungen zufolge hatte die 20-jährige Berlinerin den Mann am Sonntagmorgen am S-Bahnhof Frankfurter Allee geschlagen und dann vor einen herannahenden S-Bahn-Zug gestoßen.

Dabei soll sie rassistische und fremdenfeindliche Beleidigungen gerufen haben. Nur die schnelle Reaktion des Opfers und die Hilfe zweier unbeteiligter Fahrgäste, die den Mann vom Gleis zogen, retteten ihn. Die vom Bahnhofspersonal alarmierten Polizeibeamten nahmen die Frau fest. In einer ersten Vernehmung bei der Polizei habe die Beschuldigte das Tatgeschehen eingeräumt, sagte Grunwald.

Die Beschuldigte soll "überraschend und aus fremdenfeindlichen Motiven" gehandelt haben, sodass die Mordmerkmale "Heimtücke" und "niedrige Beweggründe" in Betracht kämen.