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Tausende Ärzte im Warnstreik

Tarifstreit ohne Ergebnis

Mehrere Tausend Klinikärzte in Deutschland haben sich am Donnerstag nach Angaben des Marburger Bundes (MB) an einem eintägigen Warnstreik beteiligt. Sie wollten damit gegen die aus ihrer Sicht schleppend verlaufenden Tarifverhandlungen für die insgesamt 55.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern protestieren. Auch die vierte Verhandlungsrunde in Wiesbaden blieb ohne Einigung. Ein von der Arbeitgeberseite am Nachmittag vorgelegtes Angebot lehnte die Ärztegewerkschaft als "enttäuschend und unbefriedigend" ab. Die Verhandlungen sollen Anfang April fortgesetzt werden. Bundesweit folgten Mediziner an mehr als 200 kommunalen Kliniken dem Aufruf zum Warnstreik. Eine Notfallversorgung war nach Angaben des MB aber überall garantiert gewesen.

Am Verhandlungsort Wiesbaden versammelten sich am Mittag über 1000 streikende Ärzte zu einer Demonstration. Die Kundgebung fand parallel zum Auftakt der vierten Verhandlungsrunde zwischen dem MB und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) statt.

Bei dem Treffen boten die Arbeitgeber den Ärzten nach eigenen Angaben eine stufenweise Gehaltserhöhung zwischen vier und fünf Prozent an. Das Angebot bewege sich damit vom Volumen her im Rahmen jenes Angebots, das man für die übrigen Beschäftigten an den kommunalen Krankenhäusern vorgelegt habe.

Der Marburger Bund bezeichnete das Angebot als "Zumutung" für die Klinikärzte. Das Arbeitgeberangebot bedeute auf 24 Monate gerechnet eine durchschnittliche Gehaltserhöhung von weniger als zwei Prozent und beinhalte zudem eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 41,5 Stunden.

Der Marburger Bund fordert eine Erhöhung der Ärzteeinkommen um durchschnittlich zehn Prozent und eine "umgehende" Angleichung der Ostgehälter an das Westniveau. Die VKA hält zweistellige Lohnzuwächse für finanziell nicht machbar.