Peking drängte angeblich beim Bundestag auf Absage des Treffens mit Dalai Lama

Nicht-öffentliches Gespräch mit Dalai Lama

Die chinesische Führung hat den Auswärtigen Ausschuss des Bundestages zur Absage des für Montag geplanten Treffens mit dem Dalai Lama gedrängt. Wie der Ausschuss-Vorsitzende Ruprecht Polenz (CDU) der "Münsterschen Zeitung" sagte, hat ein Mitarbeiter der chinesischen Botschaft in Berlin am 14. Mai im Sekretariat des Ausschusses den Einwand Pekings deutlich gemacht und gefordert, auf das Treffen in Sitzungsräumen des Bundestages zu verzichten. Aus Sicht Chinas versucht der Westen über seine Tibet-Politik die Volksrepublik zu destabilisieren.

"Wir werden selbstverständlich nicht von dem Treffen mit dem Dalai Lama Abstand nehmen", so Polenz. Das Oberhaupt der Tibeter trifft sich am Montagnachmittag mit Abgeordneten auf Einladung von Polenz. Zu dem nicht-öffentlichen Gespräch sind auch die außenpolitischen Sprecher der Fraktionen, Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses, der Vorstand der Deutsch-Chinesischen Parlamentariergruppe, die Abgeordneten im Vorstand des Tibet-Gesprächkreises sowie die Obleute des Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe geladen. Das Treffen findet im Paul-Löbe-Haus statt. Das zum Bundestag gehörende Haus beherbergt die Ausschüsse des Parlaments.