Rüstungsausgaben weltweit auf 1,179 Billionen US-Dollar gestiegen

Neues Wettrüsten

Die weltweiten Rüstungsausgaben haben nach Angaben des "Internationalen Konversionszentrums" die Rekordhöhe von 1,179 Billionen US-Dollar erreicht. Die globalen Militärausgaben hätten zwischen 2001 und 2006, dem letzten Jahr, für das umfassende Zahlen vorliegen, real um etwa 30 Prozent zugenommen, sagte der Direktor des Konversionszentrums, Peter Croll, am 15. Mai in Bonn. Abrüstungsverhandlungen seien zum Stillstand gekommen und vieles deute sogar auf ein neues Wettrüsten hin. Es müsse "gegen den Trend gehandelt werden, um die Abrüstung wieder in Gang zu bringen", sagte Croll.

Fast die Hälfte der weltweiten Militärausgaben entfiel nach Angaben von Croll allein auf die Verteidigungsausgaben der USA. Sie hätten sich 2006 auf 528 Milliarden US-Dollar belaufen.

Auch in Deutschland seien die Rüstungsausgaben seit 2006 wieder gestiegen. Die schrittweise Erhöhung der deutschen Rüstungsausgaben solle offenbar auch in der künftigen Finanzplanung fortgesetzt werden und bis zum Jahr 2010 die 30-Milliarden-Euro-Marke überschreiten, prognostiziert Croll. Die Bundesrepublik sei in der Europäischen Union der größte, weltweit hinter den Vereinigten Staaten und Russland der drittgrößte Exporteur von Rüstungsgütern.

Die Bonner Wissenschaftler beschäftigen sich mit der Umwandlung (Konversion) ehemals genutzter Militärpotenziale für zivile Aufgaben, analysieren die Entwicklung der Streitkräfte auf der ganzen Welt und erörtern die Möglichkeiten zur Vermeidung gewaltsamer Konflikte.