Marburger Bund fordert drei Milliarden Euro mehr für Krankenhäuser

Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert drei Milliarden Euro mehr Mittel für den Betrieb der Krankenhäuser in Deutschland. Der Vorsitzende der Organisation, Rudolf Henke, sagte am 16. Mai in Berlin, die gegenwärtige Form der Krankenhausfinanzierung sei "veraltet und nicht mehr akzeptabel". Er verlangte, das den Krankenhäusern auferlegte Sonderopfer sofort zurückzunehmen und die Betriebsmittel zu steigern. In den staatlich reglementierten Preisen für Krankenhausleistungen seien weder höhere Preise für Energie oder Lebensmittel noch die Inflation und die Mehrwertsteuererhöhung berücksichtigt, kritisierte Henke.

Die Konsequenz seien lange Wartezeiten für Patienten sowie eine zunehmende Arbeitsverdichtung für Ärzte und Pflegekräfte, die gravierende Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz zur Folge habe. Spätestens Anfang 2009, wenn das System der Fallpauschalen umgesetzt werde, sei es unvermeidlich, die Finanzsituation der Krankenhäuser zu verbessern.

Der Marburger Bund kommt am 17. Mai in Neu-Ulm zu einer zweitägigen Hauptversammlung zusammen. Im Mittelpunkt steht die Tarifpolitik. Zudem bereitet sich die Gewerkschaft auf den 111. Deutschen Ärztetag vor, der am Dienstag in Ulm beginnt.