SPD-Chef Beck würdigt verstorbenen Widerstandskämpfer Boeselager

Attentäter

Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck hat den verstorbenen Widerstandskämpfer Philipp Freiherr von Boeselager als moralische Instanz gewürdigt. Boeselager war der letzte Überlebende der Attentäter vom 20. Juli 1944 um Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Für das von Stauffenberg geplante Bombenattentat auf Hitler hatte Boeselager den Sprengstoff besorgt. Seine Mitverschwörer hatten ihn nicht verraten. Das Attentat schlug allerdings fehl. Hitler überlebte. Bereits 1943 war der Wehrmachtsoffizier am Versuch eines Attentats auf Hitler beteiligt. Boeselager war nach Angaben seiner Familie in der Nacht zu Donnerstag im Alter von 90 Jahren gestorben. Er lebte zuletzt in Altenahr (Kreis Ahrweiler).

"Philipp Freiherr von Boeselager steht für das moralische Gewissen Deutschlands. Sein Widerstand gegen Hitler war die Grundlage dafür, dass Deutschland überhaupt wieder in den Kreis der Nationen aufgenommen werden konnte, die unter dem Zeichen von Humanität und Christlichkeit stehen." Das erklärte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck zum Tod von Boeselagers.

Von Boeselager habe nach dem Krieg immer wieder vor Schulklassen Geschichtsstunden gegeben und damit einen großen Beitrag zur demokratischen Erziehung geleistet, so Beck. Er zeichnete von Boeselager mit der höchsten Auszeichnung des Landes Rheinland-Pfalz , dem Verdienstorden, aus.

In einem Kondolenzschreiben an die Witwe Rosa Maria Freifrau von Boeselager würdigte er den Verstorbenen als "großartigen Mann, der für uns alle Vorbild ist und bleiben wird. Seine Botschaft wird immer gegenwärtig sein." Ein Termin für seine Beisetzung steht noch nicht fest.