Drei Fälle von Exorzismus im Erzbistum Paderborn

"Keine Teufelsaustreibung"

Im Erzbistum Paderborn sind in den vergangenen acht Jahren drei Menschen von einem Seelsorger exorziert worden, weil sie "besessen" gewesen sein sollen. Mit der "Liturgie der Befreiung" werde "notleidenden Menschen" geholfen, die von den Ärzten nicht mehr behandelt werden könnten, sagte der Sprecher des Bistums, Ägidius Engel, am 19. Mai. Exorzismus sei keine Teufelsaustreibung, sondern verfolge die Absicht, das Böse aus dem Menschen auszutreiben, sagte der Sprecher.

Als Kriterium für eine solche Form der "Besessenheit" gilt unter anderem, wenn ein Mensch in einer ihm unbekannten Sprache spricht oder parapsychologische Phänomene zu beobachten sind.

Nach Angaben von Engel wird Exorzismus in Deutschland vergleichsweise selten praktiziert. Ungleich häufiger werde die "Austreibung des Bösen" durch kirchliche Seelsorger in Lateinamerika, Afrika oder den romanischen Ländern durchgeführt. So gebe es allein in der Diözese Paris pro Jahr rund 3000 Exorzismen.

Im Erzbistum Paderborn sind seit dem Jahr 2000 dem Sprecher zufolge 18 konkrete Anfragen wegen eines möglichen Exorzismus eingegangen. Über jeden Exorzismus entscheidet der Erzbischof, nachdem zuvor ein Pastoralpsychologe und ein Psychiater ein Gutachten erstellt haben. Zudem müssen die Betroffenen schriftlich einwilligen, dass bei dem Exorzismus ein Mediziner anwesend ist.