Linksfraktion fordert Mindest-Elterngeld von 450 Euro

"Sozialpolitische Mogelpackung"

Die Bundestagsfraktion der Linken fordert eine sofortige Anhebung des Mindestelterngeldes auf 450 Euro und die Erweiterung des zeitlichen Anspruchs auf Elterngeld auf 12 Monate pro Elternteil und 24 Monate für Alleinerziehende. Der Familienexperte der Linkspartei, Jörn Wunderlich, sagte der "Berliner Zeitung", die Mehrheit der Bezieher von Elterngeld sei finanziell schlechter gestellt als unter der vorangegangenen Regelung. "Das Elterngeld ist eine sozialpolitische Mogelpackung, die für die Mehrheit der Eltern nicht hält, was sie verspricht", urteilte er.

56 Prozent der Eltern, erhielten ein Elterngeld von 500 Euro oder weniger, sagte Wunderlich. "Vom Erziehungsgeld hätten sie deutlich mehr profitiert, denn das Elterngeld wird für maximal 14 Monate gezahlt, das Erziehungsgeld von 300 Euro dagegen wurde für bis zu 24 Monate gewährt", sagte er. Die Linke sehe vor allem Frauen benachteiligt, die meist über ein geringeres Erwerbseinkommen verfügen als Männer. Zudem seien die Eltern in Ostdeutschland aufgrund ihrer schlechteren Erwerbschancen benachteiligt. Insgesamt werde in Ostdeutschland weniger Elterngeld gewährt als im Westen.

"Die Bundesregierung lobt die erfreulich steigende Beteiligung von Vätern an der Elterngeldregelung, lässt aber die übrigen desaströsen Ergebnisse der Elterngeldstatistiken unter den Tisch fallen", kritisierte Wunderlich.