Nur ein Angeklagter wegen Neonazi-Überfall von Halberstadt verurteilt

Überfall auf Theaterschauspieler

Knapp ein Jahr nach dem Überfall von Rechtsextremisten auf eine Gruppe Theaterschauspieler in Halberstadt ist ein 23-jähriger Angeklagter zu zwei Jahren Haft wegen gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen verurteilt worden. Die anderen drei Tatverdächtigen seien freizusprechen, sagte der Vorsitzende Richter Holger Selig am 28. Mai bei der Urteilsverkündung.

Das Verfahren gegen vier Angehörige der rechten Szene Halberstadts hatte im Oktober vor dem Amtsgericht Halberstadt, das aus Platzgründen in Magdeburg tagt, begonnen. Den vier 22- bis 28-jährigen Angeklagten wurde vorgeworfen, eine Gruppe von Theaterschauspielern am 9. Juni 2007 in Halberstadt angegriffen und fünf von ihnen teilweise schwer verletzt zu haben.

Der Verurteilte hatte zu Beginn ein Teilgeständnis abgelegt, die anderen haben zu den Vorwürfen geschwiegen. Der Vorsitzende Richter begründete die Entscheidung, nur einen der Angeklagten zu verurteilen, mit dem Mangel an Beweisen.

Der Vorfall hatte bundesweit für Empörung gesorgt, weil ein politischer Hintergrund vermutet worden war. Der Richter hatte eine Anklage wegen eines politisch motivierten Angriffs jedoch zu Prozessbeginn abgelehnt.