FDP-Landeschef Rösler wirft Westerwelle Fixierung auf Wirtschaftspolitik vor

"Stärker profilieren"

Wenige Tage vor dem FDP-Bundesparteitag am Wochenende in München hat der niedersächsische Partei- und -Fraktionschef Philipp Rösler die Parteispitze um den Vorsitzenden Guido Westerwelle scharf kritisiert. Die Liberalen seien zu stark auf Wirtschaftspolitik fixiert, sagte Rösler am 28. Mai sueddeutsche.de. Er fordere eine Erweiterung des Themenspektrums sowie ein neues Grundsatzprogramm, sagte Rösler. Parteichef Westerwelle und Generalsekretär Dirk Niebel warf er in dieser Frage eine "Verweigerungshaltung" vor.

Laut Rösler muss sich die FDP vor allem in der Bildungspolitik stärker profilieren. Zudem forderte der 35-Jährige eine verstärkte Wertedebatte in seiner Partei. "Dort, wo in der Gesellschaft über Werte diskutiert wird, findet die FDP derzeit nicht statt", sagte er. Es sei wichtig, dass die Liberalen nicht nur als Ansammlung von guten Parteitagsbeschlüssen, sondern "wegen ihrer Geisteshaltung" wahrgenommen werden, meint der niedersächsische Politiker.