Zwangsarbeiter-Stiftung sieht Aufarbeitung nicht abgeschlossen

5 Milliarden Euro

Auch ein Jahr nach Ende der Auszahlung von fast 4,4 Milliarden Euro an ehemalige NS-Zwangsarbeiter will die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" den Opfern weiter helfen. "Vor allem in Osteuropa leben noch Hunderttausende früherer Zwangsarbeiter unter schwierigsten sozialen Umständen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Martin Salm, am 5. Juni in Berlin. Viele der Opfer seien nach ihrer Rückkehr ins Heimatland erneut diskriminiert worden.

Laut Salm werden Nachkommen der damals verfolgten Gruppen auch heute noch stark benachteiligt. Dies betreffe insbesondere Homosexuelle in vielen osteuropäischen Ländern. Auch die Lage der Roma sei besorgniserregend. Mit einem Stipendienprogramm für Jurastudenten, für das die Stiftung den Angaben zufolge über 280.000 Euro bereitgestellt hat, soll eine bessere Interessenvertretung der Roma gewährleistet werden.

Die am 2. August 2000 gegründete Stiftung wurde von der deutschen Wirtschaft und aus Steuergeldern mit rund 5 Milliarden Euro ausgestattet. Im vergangenen Juni wurden davon 4,37 Milliarden Euro an über 1,66 Millionen Überlebende oder deren Erben in fast Ländern ausgezahlt. Jährlich stehen der Stiftung den Angaben zufolge rund acht Millionen Euro für verschiedene Projekte zur Verfügung. Bislang seien daraus etwa 1500 Projekte unterstützt worden.