Bald bundesweit einheitliche Einbürgerungstests für Ausländer

"Gesinnungstests" bleiben bestehen

In allen Bundesländern wird es künftig einheitliche Einbürgerungstests für Ausländer geben. Wie am Dienstag (10. Juni) aus dem Bundesinnenministerium verlautete, sollen die Multiple-Choice-Tests ab dem 1. September 2008 verbindlich gelten. In ihnen werde Grundwissen in Politik, Geschichte und Gesellschaft geprüft, dazu gebe es länderspezifische Fragen wie die nach der jeweiligen Landeshauptstadt oder dem Landeswappen. Die Fragebögen ersetzen indes nicht die sogenannten "Gesinnungstests" in Bayern und Baden-Württemberg. Diese könnten im Verdachtsfall unabhängig von den Einbürgerungstests für gezielte Befragungen eingesetzt werden, hieß es.

Fragen der Kategorie "Politik in der Demokratie" beziehen sich auf die Zahl der Bundesländer oder die Aufgabe der parlamentarischen Opposition im Bundestag. Unter "Geschichte und Verantwortung" wird beispielsweise gefragt, was Willy Brandt mit seinem Kniefall 1970 im ehemaligen Ghetto in Warschau ausdrücken wollte oder wann die Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde. Unter "Mensch und Gesellschaft" muss unter anderem das Alter, mit dem man in Deutschland volljährig wird, angekreuzt werden.

Die 310 Fragen wurden von der Berliner Humboldt-Universität entwickelt. Jeder Kandidat muss 33 davon beantworten, bestanden hat er mit mindestens 17 richtigen Kreuzen.