Grüne kritisieren Unions-Ruf nach Abkehr vom Atomausstieg

"Keineswegs sicher"

Die Grünen weisen das Drängen der Union auf eine Abkehr vom Atomausstieg entschieden zurück. Atomkraft sei keineswegs sicher, wie etwa die Pannenserie in den Atommeilern Brunsbüttel und Krümmel vor einem Jahr zeige oder die Vorfälle im umstrittene Atommülllager Asse II, argumentierte Grünen-Chefin Claudia Roth am Montag in Berlin. Auch wisse man nicht, wie man Atommüll sicher endlagern könne. "Blanker Populismus" sei zudem das Schlagwort vom "billigen Atomstrom", kritisierte Roth weiter.

Die AKW-Betreiber verdienten täglich eine Million Euro, die sie auch ohne längere Laufzeiten der Atommeiler an die Kunden zurückgeben könnten. Laufzeitverlängerungen stärkten nur die Vormachtstellung der Energieriesen und ermöglichten ihnen "längere Abzocke", warnte die Grünen-Vorsitzende.

Zugleich warb sie für eine Übertragung der Laufzeiten alter Atomkraftwerke auf neuere Meiler. Die älteren AKW müssten "abgeschaltet werden, weil sie in großes Unsicherheitspotenzial darstellen", sagte Roth.

Heil kritisiert CDU als "Atomsekte"

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil hat die Forderung der Union nach längeren Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke scharf kritisiert. Die Union geriere sich mit ihrem Festhalten am Atomstrom als "Atomsekte" und als "Lobby der Atomkraftbetreiber", dies habe nichts mit einer modernen Energiepolitik zu tun, sagte Heil am Montag in Berlin nach einer Präsidiumssitzung seiner Partei.

Die SPD halte "am geordneten Atomausstieg fest" und setze auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien und auf die "Modernisierung des deutschen Kraftwerkparks", so Heil.