Französische Atomkraftgegnerin stoppte Urantransport

Deutsches Uranhexafluorid zur Endlagerung in Russland

Eine Atomkraftgegnerin hat am Abend des 4. Juni mit einer spektakulären Protestaktion nahe dem münsterländischen Steinfurt-Borghorst einen Zug mit radioaktivem Uran gestoppt. Die Frau hatte an der Bahnstrecke ein Seil gespannt und sich in den Fahrtweg des Zuges abgeseilt. Dadurch wurde die Weiterfahrt des aus der Uranreicherungsanlage Gronau kommenden Transports für rund 75 Minuten verzögert, wie ein Sprecher der Bundespolizei am 5. Juni in Münster mitteilte.

Ein Höhenrettungstrupp der Polizei holte die französische Umweltaktivistin, die bereits im Januar mit einer ähnlichen Aktion für einen Stopp des Uran-Transports gesorgt hatte, von dem Seil herunter. Nach Angaben des Sprechers wurde gegen die Frau Anzeige wegen Nötigung und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr erstattet. Wie es weiter hieß, konnte der Zug die Verspätung durch einen kürzeren Zwischenstopp in Rheine wieder aufholen. Der Hafen in Rotterdam sei ohne größere Verzögerung erreicht worden.

Der Zug hatte abgereichertes Uranhexafluorid transportiert, das bei der Herstellung von Uran für Brennelemente anfällt. Das Uran soll über den Rotterdamer Hafen nach Russland verschifft und dort endgelagert werden.