Spielzeughersteller Steiff hat genug von der Globalisierung

Produktion wieder in Deutschland

Der Stofftier-Hersteller Steiff holt seine Produktion aus China zurück nach Deutschland. Vor vier Jahren hatte das Unternehmen Teile der Produktion aus Kostengründen nach Asien ausgelagert. Den jetzigen Schritt erklärte Firmenchef Martin Frechen den "Stuttgarter Nachrichten": "Für Premiumprodukte ist China einfach nicht kalkulierbar." Zudem nannte er zu lange Lieferzeiten als Auslöser für die Verlegung. Per Schiff waren die Kuscheltiere bis zu drei Monate unterwegs. Für Verkaufserfolge wie den Eisbären Knut, der binnen weniger Monate 80.000 Mal bestellt worden war, eine zu lange Wartezeit. Frechen sprach auch von "Qualitätsproblemen". Probleme mit Schadstoff-Belastung habe es aber nicht gegeben, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Die Rückverlagerung sei eine strategische Entscheidung.

Als China im vergangenen Jahr wegen gesundheitsgefährdendem Spielzeug in die Schlagzeilen kam, beschloss Steiff das Ende der Produktion in Fernost. Ein Faktor, die Produktion in China einzustellen, waren nach den Worten von Sprecherin Katrin Wachsmuth auch die Probleme mit Rückrufaktionen chinesischer Hersteller, auch wenn das deutsche Unternehmen nie davon betroffen gewesen sei. "Steiff ist ein Unternehmen, das für Kinder das Beste macht. Da muss man jeglichen Risiken aus dem Weg gehen."

Steiff hatte im Jahr 2004 begonnen, in China zu bestellen, und dies vor allem mit den Kosten begründet. Um die Qualität der Kuscheltiere zu gewährleisten, wurden Mitarbeiter vom Stammsitz der Firma in Giengen an der Brenz in Baden-Württemberg nach China geschickt. Steiff habe "sehr detaillierte Vorgaben gemacht und die Produktion und Materialproben geprüft", sagte Frechen den "Stuttgarter Nachrichten". Trotzdem sei seine Firma nicht zufrieden gewesen.

Nach Angaben von Steiff wurde bereits Anfang dieses Jahres begonnen, die Produktion in China zurückzufahren. Der Prozess soll insgesamt zwei Jahre dauern. Der Anteil der Herstellung in Asien habe bei unter 20 Prozent gelegen. Nach wie vor produziert Steiff in Portugal und Tunesien.