Wirtschaftsminister Glos warnt vor Fehlverhalten der Unternehmen in der Ölkrise

"Hohe Energiekosten nicht an Kunden weitergeben"

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sieht Arbeitsplätze in Deutschland durch mögliches Fehlverhalten der Unternehmen in der Ölkrise gefährdet. Der Minister warnte im "Handelsblatt" vom 7. Juli die Unternehmen vor allem davor, die hohen Energiekosten an die Kunden weiterzugeben. "Die Hauptgefahr besteht darin, dass Preissteigerungen, die wir jetzt bei Einzelprodukten beklagen, in einen breit angelegten Inflationsprozess münden.

Das wäre in der Tat die schlimmste Folge", sagte Glos. Jede Erhöhung des allgemeinen Preisniveaus wirke in voller Breite "unsozial und mittelfristig beschäftigungsvernichtend".

Nach den Worten von Glos könne die Bundesregierung wenig gegen die Preisexplosion auf den Energiemärkten ausrichten. "Preissteigerungen, die von außen, von den Weltrohstoffmärkten vorgegeben werden, lassen sich nicht auf nationaler Ebene ungeschehen machen", sagte er der Wirtschaftszeitung. Staatliche Hilfen gegen die Preisentwicklung lehnt Glos ab. "Wer meint, man könne dagegen ansubventionieren, betreibt Augenwischerei auf Kosten der Steuerzahler - mit langfristigen Folgeschäden für Wachstum und Beschäftigung", sagte Glos. Vielmehr komme es jetzt darauf an, der Wirtschaft die unvermeidliche Anpassung so leicht wie möglich zu machen.