Atomkraftgegner erwarten nächsten Castortransport nach Gorleben im November

Heißere Brennstäbe

Der nächste Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague soll nach Angaben von Atomkraftgegnern in der zweiten Novemberwoche nach Gorleben rollen. Der Zug mit elf Castorbehältern werde am Abend des 8. November im französischen Verladebahnhof Valognes starten und solle voraussichtlich bereits einen Tag später in Dannenberg eintreffen, teilte die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg am Mittwoch (9. Juli) mit.

Der Straßentransport von Dannenberg ins Zwischenlager Gorleben soll am 10. November stattfinden. Die Initiative beruft sich auf Informationen aus Frankreich. In der Vergangenheit hatten die Atomkraftgegner die Transporttermine immer richtig vorhergesagt. Vom Innenministerium in Hannover und von der Polizei gibt es dafür grundsätzlich keine Bestätigung.

Gleichzeitig verlangte die Initiative die Absage des Transports. Die Castorbehälter französischer Bauart vom Typ TN 85 seien bislang lediglich in Modellversuchen Fall- und Feuertests unterzogen worden, sagte ein Sprecher. Im Jahr 2010 soll kein Castortransport stattfinden, da es Verzögerungen bei der Prüfung der deutschen Behälter vom Typ HAW 28 M gab.

Die Entwicklung neuer Container war offenbar nötig geworden, weil der noch zu transportierende Atommüll aus La Hague wegen des stärkeren Abbrands der Brennstäbe heißer ist und stärker strahlt als die bisher angelieferten Abfälle.

Insgesamt stehen aus La Hague noch drei Atommülltransporte nach Gorleben mit jeweils elf Castorbehältern an. Anschließend sollen noch 21 Behälter aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield in den Kreis Lüchow-Dannenberg gebracht werden. Bislang stehen im Gorlebener Zwischenlager 80 Castoren mit hoch radioaktivem Atommüll.

Der Gorlebener Salzstock gilt als wahrscheinlicher Standort für ein Endlager für stark strahlende Abfälle. Nach wie vor aber gibt es kein Endlager für hochradioaktiven Atommüll.