Universität Mainz will Exmatrikulation von NPD-Vize prüfen lassen

Nach schwerer Körperverletzung

Die Mainzer Universitätsleitung will nach dem Urteil gegen den stellvertretenden Vorsitzenden der hessischen NPD, Mario Matthes, erneut den Ausschluss des 23-Jährigen Studenten von der Universität prüfen. Auf Grundlage der Entscheidung des Gerichts vom Montag habe man sich an den Exmatrikulationsausschuss gewandt, sagte der Vizepräsident der Johannes Gutenberg-Universität, Jürgen Oldenstein, am Dienstag (12. August) in Mainz.

Matthes war am Montag vom Amtsgericht Mainz wegen Beleidigung und schwerer Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten verurteilt worden. Zudem muss der 23-jährige Student 100 Sozialstunden ableisten. Dem NPD-Landesvize wird vorgeworfen, im Januar auf dem Gelände der Mainzer Universität einen Mitstudenten beleidigt und zusammengeschlagen zu haben. Das Opfer, ein Mitglied der antifaschistischen Bewegung, wurde dabei schwer verletzt.

Die mögliche Exmatrikulation wird durch den dafür zuständigen unabhängigen Ausschuss unter Leitung der Präsidentin des Mainzer Verwaltungsgerichts, Bettina-Freimund-Holler, geprüft. "Nachdem die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen vorliegen und juristisch bewertet wurden", könne der Ausschuss nun "abschließend prüfen", ob nach dem Hochschulgesetz die Voraussetzungen für eine Exmatrikulation vorliegen, sagte Oldenstein.

Nach dem Vorfall hatte die Universität dem NPD-Landesvize zunächst nur eine offizielle Rüge erteilt. Die Studentenvertretung AStA und antifaschistische Gruppen hatten daraufhin kritisiert, dass Matthes nicht exmatrikuliert wurde. Die Hochschulleitung wies darauf hin, dass auf dem Universitätscampus keinerlei extremistische Aktivitäten geduldet würden.