Anschlag auf Dortmunder Wahlkreisbüro der Linke-Abgeordneten Jelpke

"Aktive Neonaziszene"

In der Nacht zum Freitag (15. August) hat es einen offenbar rechtsextrem motivierten Anschlag auf das Dortmunder Wahlkreisbüro der Linke-Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke gegeben. Wie die Abgeordnete mitteilte, wurde dabei die Scheibe des Büros mit einem Geschoss zerschlagen. Der rechtsextreme Hintergrund des Anschlags offenbare sich "durch zwei Aufkleber, die auf Nazi-Aktionen anlässlich des Todestags des früheren Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß hinweisen", sagte die Innenexpertin der Linken. Ein Polizeisprecher bestätigte auf Anfrage, dass eine Scheibe des Büros zerstört wurde. Zudem seien Aufkleber mit rechtsextremen Parolen gefunden worden.

Der Staatsschutz ermittle in dem Fall. Jelpke forderte unterdessen Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) auf, "die Übernahme der sicherheitstechnischen Maßnahmen an meinem Wahlkreisbüro zu veranlassen".

Bereits im Jahr 2007 hat es nach Angaben Jelpkes zwei Anschläge auf das Wahlkreisbüro gegeben. Beide Male seien die Scheibe zerstört und rechtsextreme Aufkleber geklebt oder Parolen gesprüht worden, hieß es. "Darüber hinaus erhalte ich in beinahe regelmäßigen Abständen neofaschistische Hass- und Drohbriefe", sagte Jelpke. In Dortmund gibt es seit Jahren eine aktive Neonaziszene.