Erneut zwei meldepflichtige Ereignisse im Kernkraftwerk Krümmel

Kühlwasser und Notstrom

In dem nach einem Störfall seit mehr als einem Jahr abgeschalteten Kernkraftwerk Krümmel ist es erneut zu zwei meldepflichtigen Ereignissen gekommen. Während sogenannter Wiederkehrender Prüfungen (WKP) sprachen zwei Schalter nicht an, wie der Sprecher des AKW-Betreibers Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH, Ivo Banek, am Montag (18. August) in Hamburg mitteilte. Beide Vorgänge seien dem schleswig-holsteinischen Sozialministerium als zuständiger atomrechtlicher Aufsichtsbehörde gemeldet worden.

Den Angaben zufolge ließ sich beim Umschalten von Pumpen eines Nebenkühlwassersystems wegen eines defekten Schalters eine von vier Pumpen nicht einschalten. Der Schalter wurde ausgetauscht. Zudem ließ sich einer von sechs Notstromdieseln des Kraftwerks nicht mit dem Netz synchronisieren. Ursache war ein Defekt im Generatorschalter des Diesels. Auch dieses Bauteil wurde ausgewechselt.

Wiederkehrende Prüfungen werden Banek zufolge in Kernkraftwerken auch bei stehender Anlage durchgeführt, um die Funktionsfähigkeit von Systemen zu überprüfen.

Das Kernkraftwerk Krümmel ist ebenso wie der schleswig-holsteinische Meiler Brunsbüttel seit einem Trafobrand beziehungsweise einem Kurzschluss am 28. Juni 2007 abgeschaltet. Nach dem derzeitigen Stand der Arbeiten sei ein Termin für ein Wiederanfahren nicht absehbar, sagte Banek. Die Arbeiten an fehlerhaften Armaturen und Dübeln seien zwar fortgeschritten, aber nicht abgeschlossen. Jede Terminsetzung wäre zum jetzigen Zeitpunkt unseriös, sagte Banek.