Bundeswehrsoldat in Afghanistan getötet

Krieg am Hindukusch

Bei dem schwersten Anschlag auf deutsche Soldaten in Afghanistan in diesem Jahr ist am Mittwoch (27. August) ein Bundeswehrangehöriger ums Leben gekommen. Drei weitere Soldaten wurden bei dem Attentat nahe der nordafghanischen Stadt Kundus leicht verletzt, wie Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) in Berlin sagte. Die vier Soldaten gehörten dem Fallschirmjägerbataillon 263 der Saarlandbrigade aus dem rheinland-pfälzischen Zweibrücken an, so Jung. Der Minister sprach von einem "feigen, hinterhältigen Anschlag", der sich um 9.25 Uhr Ortszeit ereignet habe, als eine Patrouille südlich von Kundus mit acht Fahrzeugen unterwegs gewesen sei. Dabei sei ein geschütztes "Wolf"-Fahrzeug in eine Sprengfalle geraten, nachdem es eine Furt des Kundes-Flusses durchquert habe.

Ausgelöst worden sei die Sprengfalle durch Draht, so Jung. Die drei leicht verletzten Soldaten seien nach erfolgter Erstversorgung durch einen Arzttrupp, der bei der Patrouille mit unterwegs gewesen sei, nach Mazar-i-Sharif geflogen worden und würden dort weiter behandelt.

Eine Reporterin der Hörfunkagentur BLR und Radiodienst, die sich derzeit bei der Bundeswehr in Afghanistan aufhält, sagte, bei dem Getöteten handele es sich um einen 29-jährigen Hauptfeldwebel.

Jung räumte ein, dass sich die Sicherheitslage in Afghanistan verschärft habe. Deshalb seien "Verstärkungskräfte" entsandt worden, zu denen auch die jetzt von dem Anschlag betroffenen Soldaten gehörten. Das Attentat werde die Bundeswehr nicht von der Aufgabe abhalten, eine friedliche Entwicklung in dem Land herbeizuführen, sagte der Minister.

Erst vergangene Woche war eine Bundeswehr-Patrouille im Nordosten des Landes beschossen worden. Bei dem anschließenden Schusswechsel soll einer der Angreifer getötet worden sein.

Vor drei Wochen waren bei einem Angriff auf deutsche Soldaten nahe Kundus zwei Bundeswehrangehörige schwer und einer leicht verletzt worden. Wie der Sprecher des Sanitätsführungskommandos, Axel Zimbdas, am Mittwoch in Koblenz sagte, ist der Gesundheitszustand der beiden Schwerverletzten unverändert. Sie lägen weiterhin auf der Intensivstation des Bundeswehrzentralkrankenhauses und befänden sich nach wie vor in künstlichem Koma.