Nobelpreisträger Blobel kritisiert Elitenprogramm der CDU

Anwerbung internationaler "Spitzenforscher"

Medizin-Nobelpreisträger Günter Blobel kritisiert das von der sächsischen CDU angekündigte Programm zur Anwerbung internationaler Spitzenforscher mittels hoher Gehälter. Für die meisten Wissenschaftler in diesem Bereich spiele Geld nicht die dominierende Rolle, sagte er den "Dresdner Neuesten Nachrichten". Vielmehr müssten die Rahmenbedingungen für ihre Arbeit stimmen. Dazu gehörten gut ausgerüstete Institute, herausragende Mitarbeiter sowie eine offene, inspirierende Atmosphäre und nicht zu viele Reglementierungen, sagte der Ehrendoktor der TU Bergakademie Freiberg.

Zugleich bezweifelte Blobel, dass Sachsen allein imstande wäre, ein "Star-System" zu etablieren. Vielmehr müsse eine international besetzte Kommission geeignete Kandidaten auswählen und deren Arbeit regelmäßig bewerten.

In diesem Zusammenhang schlug Blobel vor, eine Art deutsche Superstiftung zu gründen, die von den Bundesländern finanziert werde. Diese solle dann sowohl das Auswahlverfahren als auch die Beurteilung der wissenschaftlichen Arbeit übernehmen.