Deutsche Bank kauft vorläufig 30 Prozent der Postbank-Aktien

Steinbrück legt kein Veto ein

Die Deutsche Bank übernimmt zum ersten Quartal 2009 für fast 2,8 Milliarden Euro 29,75 Prozent der Postbank. Dies teilten beide Seiten mit. Damit wird die führende deutsche Großbank größter Postbank-Einzelaktionär. Hierfür muss sie allerdings eine Kapitalerhöhung stemmen. Nach Angaben von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann räumt die Post der Großbank auch ein Vorkaufsrecht für ihre verbleibenden Aktien an der Postbank ein.

Der Einstieg der Deutschen Bank bei der Postbank soll im ersten Quartal 2009 vollzogen werden. Kartellbehörden müssen ihm noch zustimmen. Die Bundesregierung hat die Übernahme bereits abgesegnet. Nach den Worten von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat der Bund zwar ein Vetorecht bis zum 31. Dezember. "Wir werden diese Vetoposition nicht einlegen."

Ver.di und die Kommunikationsgewerkschaft DPV befürchten, dass durch die Übernahme Tausende Jobs überflüssig werden könnten. Bei der Postbank arbeiten rund 21.000 Beschäftigte, davon 7000 Beamte aus Bundespost-Zeiten. Mittelfristig seien "eine Vielzahl von Arbeitsplätzen in Gefahr", teilte die Gewerkschaft am Freitag in Berlin mit. Die Postbank sei ein "grundsolides Institut, das mit seinen Erträgen verlässlich zum Gesamterfolg des Postkonzerns beigetragen" habe. "Der Teilverkauf ist ein Kniefall vor den Interessen der Aktionäre", sagte die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis in Bonn.