Proteste gegen "Anti-Islamisierungs-Kongress" in Köln

Internationales Rechtsradikalen-Treffen

Begleitet von starken Protesten hat in Köln am Freitag (19. September) ein internationales Treffen von Rechtsradikalen begonnen. Die rechtspopulistische "Bürgerbewegung Pro Köln" will mit Rechtsextremisten aus allen Teilen Europas einen zweitägigen sogenannten "Anti-Islamisierungs-Kongress" veranstalten. Die Organisation wird seit mehreren Jahren unter dem "Verdacht einer rechtsextremistischen Bestrebung" im NRW-Verfassungsschutzbericht aufgeführt. Eine für den späten Vormittag angesetzte Pressekonferenz von "Bürger Pro Köln" konnte nicht wie geplant stattfinden. Der zunächst im Kölner Norden geplante Termin musste nach einem polizeilichen Verbot nach Rodenkirchen verlagert werden. Dort demonstrierten nach Augenzeugenberichten rund 150 Personen gegen die Veranstaltung.

Dabei wurde nach Darstellung der Polizei ein Mitglied von "Pro Köln" attackiert. Einsatzkräfte stellten die Personalien eines Tatverdächtigen fest und leiteten ein Strafverfahren wegen Körperverletzung ein.

Daraufhin wurde die Pressekonferenz auf ein am Rheinufer liegendes Passagierschiff verlegt. Gegendemonstranten sollen dort Farbbeutel und Steine auf das Schiff mit Funktionären von "Pro Köln" geworfen haben. Daraufhin habe das Schiff abgelegt, ohne dass Journalisten mit an Bord gelangt seien. Glasscheiben des Schiffs sollen durch die Steinwürfe beschädigt worden sein. Die Polizei nahm in diesem Zusammenhang sechs Personen vorläufig fest. Das Schiff wird von zwei Booten der Kölner Wasserschutzpolizei eskortiert.

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hatte im WDR zu friedlichen Protesten aufgerufen. Am Samstag wollen bis zu 40.000 Menschen gegen eine "Pro Köln"-Kundgebung in der Kölner Altstadt demonstrieren. Das Treffen der Rechtsextremisten richtet sich nach deren Angaben gegen den geplanten Bau einer Großmoschee im Stadtteil Ehrenfeld.