Bergamt warnte schon früh vor Flutung des Atommülllagers Asse

Helmholtz Zentrum wollte trotz Kritik fluten

Die für das Atommülllager Asse zuständigen Behörden haben bereits vor mehr als zehn Jahren vor einer Flutung des Grubengebäudes gewarnt. "Eine endgültige Verfüllung des Bergwerkes durch Verwendung von Flüssigkeiten statt durch Feststoff-Versatz scheidet aus", heißt es in einer schriftlichen "Gefahrenabschätzung für die Schachtanlage Asse" vom 1. Juli 1997. Die drei Behörden gelangten in dem Gutachten zu dem Schluss, eine sichere Schließung der Asse sei "mit einer kontrollierten Flutung selbst dann nicht zu erreichen, wenn hierfür eine an Magnesiumchlorid gesättigte Lösung zur Verfügung stünde". Eine Flutung der Grube stelle "wegen der eingelagerten radioaktiven Abfälle keine geeignete Abschlussmaßnahme" dar.

Verfasser der Expertise waren im Auftrag des niedersächsischen Umweltministeriums das Landesamt für Bodenforschung, das Oberbergamt in Clausthal-Zellerfeld sowie das Bergamt Goslar. Das Dokument war bislang nicht öffentlich bekannt.

Entgegen der klaren Empfehlungen beantragte der bisherige Asse-Betreiber Helmholtz Zentrum München im vergangenen Jahr, das Lager mit einer Magnesiumchlorid-Lösung zu fluten und die Kammern und Hohlräume auf diese Weise dauerhaft zu verschließen.

Atomkraftgegner warnen dagegen seit Jahren vor einer solchen Maßnahme gewarnt. Sie befürchten, dass die eingelagerten radioaktiven Stoffe bei einer Flutung leichter ins Grundwasser und an die Umwelt gelangen könnten.

Seit dem angekündigten Betreiberwechsel zum Bundesamt für Strahlenschutz werden - zumindest offiziell - auch andere Optionen für eine Schließung wie etwa eine Verfüllung des Bergwerks mit Feststoffen oder eine Rückholung des Atommülls geprüft.