Entscheidung über Asse-"Schließung" wohl nicht mehr in diesem Jahr

"Terminplan" für Atommüll-Lager

Die Entscheidung über die so genannte "Schließung" des Atommülllagers Asse fällt nach Ansicht des Landkreises Wolfenbüttel wohl nicht mehr in diesem Jahr. Eine Prüfung möglicher Optionen müsse gründlich erfolgen und stehe erst am Anfang, teilte die vom Kreis eingesetzte Asse-Begleitgruppe am Freitag (10. Oktober) nach Gesprächen mit den bisherigen und künftigen Betreibern mit. Kurzfristige Ergebnisse noch in diesem Jahr seien "nicht realistisch". Allerdings erwarte das Begleitgremium bis zu seiner nächsten Sitzung im Dezember einen Terminplan. Als mögliche Varianten sind eine Verfüllung des Bergwerks mit Flüssigkeiten oder Feststoffen, aber auch die Rückholung der eingelagerten Abfälle oder eines Teils davon im Gespräch. Einem neuen Gutachten zufolge stürzt das unterirdische Grubengebäude erst ein paar Jahre später ein als bislang erwartet.

Der herausgeholte Müll käme dann wahrscheinlich in das genehmigte Endlager für schwach- und mittelaktive Atomabfälle Schacht Konrad.

Gutachten: Die Asse stürzt erst bis zu 15 Jahre später ein

Ein neues Gutachten der Bochumer Consulting-Firma CDM sieht Möglichkeiten zur Stabilisierung der Asse. Das unterirdische Grubengebäude würde demnach nicht bereits wie bislang angenommen ab 2014, sondern erst bis zu 15 Jahre später einstürzen. Dazu müssten die unterirdischen Kammern und Gänge unter anderem durch Pfeiler stabilisiert werden.

Das Bundesamt für Strahlenschutz übernimmt zum 1. Januar die Regie für das Bergwerk Asse vom bisherigen Betreiber Helmholtz Zentrum München. Das Begleitgremium, in dem Kommunalpolitiker, Bürgerinitiativen und unabhängige Fachleute mitarbeiten, begleitet den Prozess der "Schließung".