Huber kritisiert den hessischen Minsterpräsidenten Roland Koch

CSU-Wahlkampf

Der scheidende CSU-Chef Erwin Huber hat den amtierenden hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) wegen des CSU-Debakels bei der Landtagswahl scharf kritisiert. "Es ist und bleibt ein unfreundlicher Akt, wenn der Ministerpräsident von Hessen, den wir immer unterstützt haben, drei Wochen vor der Wahl die Idee der Pendlerpauschale heruntermacht", sagte Huber am Samstag (11. Oktober) auf einer Landesversammlung der Jungen Union Bayern in Gersthofen. Die CSU hatte im Bundestag allerdings ihrerseits einen Antrag der Linken zur Wiedereinführung der alten Pendlerpauschale nicht unterstützt, obwohl sie im Wahlkampf damit geworben hat. Huber drohte zugleich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Diese könne nur in ihrem Amt bleiben, wenn die CSU bei der Bundestagswahl 2009 einen überragenden Erfolg erziele.

Huber hat grundsätzlich auch eigene Fehler im Landtagswahlkampf seiner Partei eingeräumt. "Es muss uns noch mehr auch auf Stil und Maß und Umsetzung der Politik ankommen", so Huber in Gersthofen. Die Zweidrittelmehrheit der Partei bei der vorangegangenen Wahl habe "vielleicht die Grundlage für manchen Übermut gelegt".

Nun gehe es darum, den Eindruck zu zerstreuen, die CSU ruhe sich auf den Erfolgen der vergangenen 50 Jahre aus. Auch die Programmatik müsse weiterentwickelt werden. Nicht zuletzt habe die CSU "das Lebensgefühl der jüngeren Generation oftmals nicht getroffen".