Zollitsch kritisiert Finanzgebaren von Bankmanagern

"Die Gier nach dem schnellen Geld"

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch kritisiert das in seinen Augen "verantwortungslose Finanzgebaren" von Bankmanagern. Unvorstellbare Summen an Geld zu sparen zerplatzten plötzlich wie eine Seifenblase, "weil diejenigen, die entscheiden, nicht für die Folgen ihres Tun einstehen, nicht dafür haften müssen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Sonntag (12. Oktober) in Hockenheim. Die derzeitige Bankenkrise mache "auf schmerzliche Weise" bewusst, wie schnell vermeintliche Sicherheiten Schall und Rauch seien. "Wo die Gier nach dem schnellen Geld größer ist als das notwendige Verantwortungsbewusstsein, da gerät die Welt schnell aus den Fugen", so Zollitsch.

In diesem Zusammenhang sprach er sich auch für den Schutz des Sonntages aus. Dieser stehe für "Halt und Orientierung in Gott". Weil der Mensch dies beides brauche, dürfe der Sonntag nicht "auf dem Altar des Kommerzes geopfert und auf dem Holzstoß oft kurzsichtiger Spekulationen verfeuert werden", betonte der Erzbischof.

Mit den dramatischen Erfahrungen der Bankenkrise stehe man an einem Punkt, an dem man aufwachen müsse. Der Sonntag als Tag der Gottesverehrung halte den innersten Sinn des Lebens wach und stehe weit über dem materiellen Gewinn.