Umweltschützer fordern Verzicht auf Atom-Endlager Gorleben

"Schnelle Abschaltung der Atomkraftwerke"

Unmittelbar vor Beginn einer Konferenz zur Endlagerung radioaktiver Abfälle in Berlin haben Umweltschützer am Donnerstag (30. Oktober) den Verzicht auf den Standort Gorleben verlangt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begründete seine Absage an Gorleben mit den Pannen im Atommülllager Asse. Diese hätten gezeigt, dass die Lagerung von Atommüll im Salz nicht sicher sei, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Gorleben dürfe nicht deshalb zum Endlager werden, weil ein großer Teil des deutschen Atommülls dort bereits in einer oberirdischen Halle in Castor-Behältern lagere.

Weiger forderte eine schnelle Abschaltung der Atomkraftwerke und sagte, ein Endlagerstandort in Deutschland dürfe erst dann genehmigt werden, wenn der Atomausstieg vollzogen sei. Eine Endlagersuche, die dem Weiterbetrieb von Atomkraftwerken diene und so die Atommüllberge weiterwachsen lasse, sei "unverantwortlich".

Nach dem Ausstieg müsse die Suche nach einem Endlager "systematisch, nach wissenschaftlichen Kriterien und mit einer umfangreichen Öffentlichkeitsbeteiligung" neu gestartet werden.

Bei dem Endlager-Symposium in Berlin beraten von Donnerstagabend bis Samstag mehr als 300 Fachleute aus dem In- und Ausland bis Samstag über Voraussetzungen und Sicherheitsanforderungen bei einer Standortsuche.