In Bonn festgenommene Terrorverdächtige wieder freigelassen

"Liebesbrief an die Freundin"

Die beiden am 26. September auf dem Köln-Bonner Flughafen festgenommenen Terrorverdächtigen sind am Dienstag (7. Oktober) aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Die Freilassung geschah auf Veranlassung der Bonner Staatsanwaltschaft, wie ein Sprecher der Justizbehörde mitteilte. Nach Auswertung aller derzeit vorliegenden Beweise sei der dringende Tatverdacht gegen die Männer nicht mehr aufrecht zu erhalten. Damit sei auch die Voraussetzung für den Haftbefehl entfallen.

Bei den beiden Männern handelt es sich nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) um einen 23-jährigen Somalier und einen in der somalischen Hauptstadt Mogadischu geborenen 24-jährigen Deutschen. Sie waren von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei in der Maschine der Fluglinie KLM vor dem Start in Richtung Amsterdam festgenommen worden. Beide Männer sollen schon seit längerem polizeilich beobachtet worden sein. Gegen sie war noch am Tag ihrer Festnahme Haftbefehl erlassen worden.

Am Wochenende hatte sich abgezeichnet, dass die Beweislage gegen die beiden Verdächtigen eher dünn war. So waren bei einer Hausdurchsuchung keine Waffen, Munition oder sonstige gefährliche Gegenstände gefunden worden. Auch der bei den Männern gefundene angebliche Bekennerbrief eines angehenden Selbstmordattentäters soll sich als ein Liebesbrief an die Freundin eines der beiden Festgenommenen entpuppt haben.

Beide Männer stünden aber weiter im Verdacht, eine erhebliche Straftat verabredet zu haben, betonte der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel. Die Ermittlungen dauerten an.