Mahler bezeichnet sich vor Gericht als "Rassist"

Holocaust

Der Rechtsextremist und ehemalige NPD-Anwalt Horst Mahler hat vor dem Landgericht Potsdam Opfer des Holocaust verhöhnt. Sogenannte Zeitzeugen des Holocaust seien "Lachnummern", sagte Mahler am Mittwoch (8. Oktober) als Angeklagter vor der vierten Strafkammer. Der 72-Jährige muss sich in dem Verfahren wegen Volksverhetzung verantworten. Er soll laut Anklage im Internet und in E-Mails den Holocaust geleugnet haben. Mahler räumte die Vorwürfe zunächst nicht ein, bestätigte aber dass "einige Schriften" von ihm verfasst wurden. In seiner Einlassung verwies er auf das Werk eines anderes Autors, das er sich selbst zu eigen mache. Demnach sei der Zweite Weltkrieg nicht von Deutschen ausgegangen.

Vielmehr sei das Deutsche Reich eingekreist worden, und die Deutschen hätten sich wehren müssen. Nicht Deutschland, sondern Polen habe angegriffen, so Mahler.

Wenn es einen Holocaust gegeben habe, dann einen an den Deutschen. Mahler fügte hinzu: "Ich bin ein Rassist. Ich bin dafür, dass der weiße Mann weiß bleibt."

Die Äußerungen Mahlers wurden zunächst nicht vom Gericht bewertet. Gerichtssprecher Frank Tiemann betonte jedoch, dass die Aussagen vor Gericht neue Anzeigen und Strafverfahren nach sich ziehen könnten.