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Transparenz der Finanzinstitute | Wirtschaftsweiser Bofinger fordert globale Schufa für Bankkredite

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger fordert angesichts der Finanzkrise ein weltweites Register für Kredite. Die Instabilität des globalen Finanzsystems sei vor allem auf eine zu geringe Transparenz der Finanzinstitute zurückzuführen, sagte Bofinger am Donnerstag (13. November) dem Onlineportal "Handelsblatt.com". Um dies zu beheben, müsse eine globale Finanzdatenbank eingerichtet werden, "der als globale Schufa alle Bankkredite - auch Verbriefungen - von mehr als einer Millionen Euro gemeldet werden müssen". Diese Verpflichtung sollte zudem für Versicherungen gelten.

Ein solches "globales Kreditregister" sollte laut Bofinger für alle nationalen Aufsichtsbehörden sowie für die teilnehmenden Finanzinstitute zugänglich sein. Er fügte hinzu: "Es wäre zudem der Nukleus für ein globales, beim Internationalen Währungsfonds IWF anzusiedelndes Frühwarnsystem."

Am 13-11-2008

Über Geld spricht man nicht - Doch, wir schon!

„Brauchen Sie Geld?“ – Mit dieser Frage wandte sich ein unbekannter Absender vor wenigen Tagen per E-Mail persönlich an Verbraucher. In Aussicht wurden schufafreie Kredite auch in schwierigen Zeiten gestellt. „Dies ist eine von vielen Fallen, in die insbesondere Verbraucher, die schon finanzielle Probleme haben, schnell tappen“, weiß Andrea Heyer, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. „Wir nehmen den Weltverbrauchertag zum Anlass, über diese und weitere Kredit-Fallen zu informieren und Forderungen zum Schutz der Verbraucher an die Politik zu richten. Dazu haben wir unter anderem eine Ausstellung erstellt, die zuerst in unserem Beratungszentrum Dresden zu sehen ist, ehe sie in weitere Beratungseinrichtungen wandert.“

Über Geld spricht man nicht - Doch, wir schon!

Jedes Jahr werden Millionen Ratenkredite abgeschlossen. Nach den letzten bekannten Informationen waren es im Jahr 2011 immerhin 7,2 Millionen Verträge. Bei einer Kreditaufnahme lauern nicht nur Kredithaie, sondern auch andere Fallen, die – nicht erkannt – die Kreditnehmer schnell in finanzielle Nöte bringen können. Das fängt meistens schon mit dem „Dispo“ an. Viele Verbraucher stehen monatelang tief im Soll und zahlen dafür überdurchschnittlich hohe Zinsen. Durchschnittlich 11,61 Prozent verlangen diesbezüglich die sächsischen Sparkassen, wobei die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien nur 8,51 Prozent und die Sparkasse Döbeln 12,99 Prozent fordern. „Fast 13 Prozent sind in der heutigen Zeit nicht gerechtfertigt“, meint Heyer und fordert vor diesem Hintergrund weiterhin einen gesetzlichen Zinsdeckel.

Banken, Sparkassen und Kartengesellschaften werben auch vollmundig für ihre Ratenkredite und stellen niedrige Zinsen in Aussicht. Verbraucher sollen sich ihre Wünsche erfüllen, egal ob sie vom Urlaub, von einem Auto, neuen Möbeln oder neuer Heimelektronik träumen. Den Werbezins erhält jedoch längst nicht jeder. „In vielen Fällen wird es teurer als in der Werbung“, weiß Heyer. Im Zusammenhang mit einer Kreditaufnahme stellt auch der Abschluss von Restschuldversicherungen immer noch ein Problem dar. Das wird aus der Verbraucherberatung und aus Verbraucherbeschwerden ersichtlich.

In der Summe führen verschiedene Einzelprobleme dazu, dass Millionen von Privathaushalten in Deutschland überschuldet sind. 2012 sollen laut Creditreform in Deutschland ca. 6,6 Millionen Privatpersonen über 18 Jahren als überschuldet eingestuft worden sein. In Sachsen wird die Zahl überschuldeter Privatpersonen auf 310.000 bis 360.000 geschätzt. Mit mehr Aufklärung und gesetzlichen Maßnahmen soll auf eine Absenkung dieser Zahl an Betroffenen hingewirkt werden.

Am 13-03-2013