VCD lehnt Finanzspritzen für Autoindustrie ab

"Verfehlte Unternehmenspolitik"

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) lehnt Finanzspritzen für die deutsche und europäische Autoindustrie ab. Es sei weder gerechtfertigt noch sinnvoll, jetzt Unmengen von Steuergeldern in eine Branche zu pumpen, die einerseits über Jahre hohe Gewinne gemacht habe und sich andererseits immer noch vehement gegen notwendige Vorgaben für mehr Klimaschutz zur Wehr setze. Die Absatzkrise auf dem Automarkt sei zudem in vielen Punkten hausgemacht: Überkapazitäten, zu viele Spritfresser in der Modellpalette und falsche Schwerpunkte in den Entwicklungsabteilungen seien wesentliche Ursachen für die derzeitige Lage. "Es ist nicht Aufgabe des Staates, die verfehlte Unternehmenspolitik großer Konzerne auszubaden", meint der VCD-Vorsitzende Michael Gehrmann.

"Die deutschen Autohersteller haben in den vergangenen Jahren Milliarden an zu großen und zu spritdurstigen Fahrzeugen verdient, und die meisten Hersteller weisen auch dieses Jahr noch hohe Gewinne aus", so Gehrmann. "Gleichzeitig haben sie es versäumt, ihre Geschäfte rechtzeitig auf die Anforderungen der Zukunft auszurichten. Das sind in erster Linie langfristig steigende Ölpreise und der Klimaschutz."

Insbesondere die deutschen Hersteller hätten "in engem Schulterschluss mit der Bundesregierung" seit Monaten Vorgaben für mehr Klimaschutz in Form von verbindlichen CO2-Grenzwerten für Neuwagen auf europäischer Ebene blockiert. "Das passt weder zu den Klimaschutzversprechen der Regierung, noch macht es die Sorge der Politik um die Zukunft der Autoindustrie glaubhaft", so Gerd Lottsiepen, Verkehrsexperte des VCD. Nur wenn sich die Autohersteller jetzt radikal verändern und den Klima- und Ressourcenschutz ins Zentrum ihrer Modellpolitik stellen, haben sie seines Erachtens nach auf Dauer auch eine wirtschaftliche Perspektive. Subventionen für ein "Weiter so" würden den überfälligen Strukturwandel in der Autoindustrie "nur unnötig verzögern", so Lottsiepen.