Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel bleiben weiter vom Netz

Nach Kurzschluss und Trafobrand

Die Atomwirtschaft will offenbar ihre ältesten Kraftwerke über die nächste Bundestagswahl retten. So bleiben die Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel weiter auf unbestimmte Zeit vom Netz. "Die Anlagen werden von der Atomaufsicht erst wieder ans Netz gelassen, wenn der Betreiber Vattenfall alle anfahrrelevanten sicherheitstechnischen Probleme gelöst hat", sagte die schleswig-holsteinische Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) am Dienstag (25. November) in Kiel als offizielle Begründung. Zuvor hatte die für die Atomaufsicht zuständige Ressortchefin das Landeskabinett über den aktuellen Stand der Arbeiten in beiden Kraftwerken informiert.

RWE-Chef Jürgen Großmann hatte im Fall Biblis indirekt zugegeben, dass der lange Anlagenstillstand politisch begründet ist, um die Anlage nicht vor der Bundestagswahl stilllegen zu müssen. Offiziell ist von wichtigen sicherheitstechnischen Reparaturen die Rede.

Die beiden Atommeiler Brunsbüttel und Krümmel sind seit einem Kurzschluss beziehungsweise Trafobrand seit Ende Juni 2007 abgeschaltet. Trauernicht sagte, ein konkreter Zeitpunkt für eine Wiederinbetriebnahme könne derzeit nicht benannt werden. "In beiden Anlagen sind zuvor noch umfangreiche Sanierungsarbeiten durchzuführen", sagte die Politikerin.

Nach Trauernichts Angaben hat der Betreiber mittlerweile zwar zahlreiche aus den Ereignissen vom Sommer 2007 resultierende Probleme behoben. So sei mittlerweile beispielsweise sichergestellt, dass keine Brandgase mehr von außen in das Schaltanlagengebäude des AKW Krümmel gelangen können, wie nach dem Trafobrand geschehen.

Allerdings dauerten die technisch aufwendigen Reparaturarbeiten an Rohrleitungsarmaturen in beiden Atommeilern nach Ministeriumsangaben "noch geraume Zeit" an. Zudem sind die notwendigen Sanierungen von Dübeln in Krümmel und Brunsbüttel noch nicht abgeschlossen.

In der Vergangenheit war die Atomindustrie stets bemüht, Anlagenstillstände so kurz wie möglich zu halten. Jetzt geht es darum, die Anlagenstillstände in die Länge zu ziehen. Die Atomaufsichten der Länder liefern für beide Strategien öffentlich Begründungen.