Vver.di dringt auf gesetzlichen Mindestlohn für alle

"Seit Monaten blockiert die Union"

Angesichts der stockenden Verhandlung der großen Koalition über weitere Branchenmindestlöhne hat die Gewerkschaft ver.di einen neuen Anlauf für einen allgemeinen Mindestlohn gefordert. "Seit Monaten blockiert die Union weitere Branchenmindestlöhne. In der Zwischenzeit verschlechtert sich die Einkommenslage vieler Arbeitnehmer weiter. Ich halte es daher für an der Zeit, einen erneuten Vorstoß für einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn zu machen", sagte die stellvertretende ver.di-Chefin Margret Mönig-Raane dem "Handelsblatt". Ein allgemeiner Mindestlohn ist bislang an der Union gescheitert. In weiten Bereichen des Dienstleistungsgewerbes würden Hungerlöhne gezahlt, kritisiert Mönig-Raane.

"Auch im Einzelhandel werden die Stammbelegschaften zunehmend von Serviceunternehmen bedroht, in denen Niedriglöhne von fünf Euro und weniger bezahlt werden." Sie kämen vor allem zu ungünstigen Arbeitszeiten am Abend oder am Wochenende zum Einsatz, um die in den Tarifverträgen vorgesehenen Zuschläge zu vermeiden, so Mönig-Raane. "Es gibt also eine wachsende Zahl von Beschäftigungsfeldern, die nie oder nicht mehr von Tarifverträgen erfasst werden. Hier kann eine verantwortungsvolle Regierung nicht tatenlos zusehen", sagte Mönig-Raane.

ver.di fordert ebenso wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro. Beide Gewerkschaften wollen die Forderung zum Kern einer Kampagne für die nächste Bundestagswahl machen.