Erstmals seit 2001 wieder mehr Asylanträge in Deutschland

Irak

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2001 wieder gestiegen. Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurden 22.085 Asylanträge gestellt, wie das Bundesinnenministerium am Dienstag (13. Januar) in Berlin mitteilte. Das waren 15,2 Prozent beziehungsweise 2921 Anträge mehr als 2007. 7291 Menschen (35 Prozent) erhielten den Status eines Flüchtlings nach der Genfer Flüchtlingskommission. Hauptgrund war der deutliche Anstieg irakischer Asylbewerber. 6836 Iraker suchten in Deutschland um Asyl nach. Das waren 2509 Anträge oder 58 Prozent mehr als 2007. Damit kam fast jeder dritte Asylbewerber im vergangenen Jahr aus dem Irak.

Nach Angaben von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) wird Deutschland sich an der von der EU beschlossenen Aufnahme von 10.000 irakischen Flüchtlingen aus Syrien und Jordanien mit einer Quote von 25 Prozent beteiligen. Die Aufnahmeverfahren beim Bundesamt seien angelaufen. In den kommenden Wochen sei mit der Aufnahme der ersten Flüchtlinge dieser Gruppe zu rechnen.

Das Ministerium verwies darauf, dass die Bewerberzahlen sich 2008 trotz des Zuwachses auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau befanden. 1998 habe es noch 100.000 Asylbewerber gegeben, 1992 seien es sogar fast 440.000 gewesen.