Waffenfunde bei Rechtsextremisten in Südniedersachsen

"Gewaltbereitschaft"

Bei Durchsuchungen in Wohnungen von Rechtsextremisten hat die Polizei im südlichen Niedersachsen offenbar zahlreiche Waffen sichergestellt. Außerdem seien CDs, Fahnen und Propagandamaterial beschlagnahmt worden, sagte Göttingens Polizeipräsident Hans Wargel am Mittwoch (21. Januar). Die Beamten hätten am Dienstagmorgen zeitgleich 28 Wohnungen, ein Geschäft und ein Gartengrundstück durchsucht. In der Hälfte der durchsuchten Objekte stellten die Polizisten den Angaben zufolge Waffen oder anderes Material sicher. An der Polizeiaktion seien 439 Beamte beteiligt gewesen.

Zu den bei einer Pressekonferenz in Göttingen präsentierten Waffen zählten neun Karabiner, sieben Faustfeuerwaffen, eine Doppelflinte, ein Luftgewehr sowie 15 Softair-Waffen. Die Waffen seien teilweise scharf gewesen oder technisch verändert worden, sagte Wargel. Außerdem beschlagnahmten die Beamten scharfe Munition, rund ein Dutzend Messer und Bajonette, Schlagringe, Wurfsterne und Baseball-Schläger.

Festnahmen gab es bei den Durchsuchungen nicht. Die Betroffenen hätten wohl auch angesichts des großen Polizeiaufgebotes keinen nennenswerten Widerstand geleistet, sagte der Göttinger Kripo-Chef Volker Warnecke. Die Polizei leitete mehrere Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Waffengesetz ein. In einem Fall bestehe sogar der Verdacht auf Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, sagte Wargel. Die Funde belegten die Gewaltbereitschaft dieser Szene und ihre "Affinität zu Waffen".