Zahl der Ministeriumsmitarbeiter mit Hauptschulabschluss sinkt

Bundesverwaltung

Hauptschüler haben kaum noch Chancen, einen Arbeitsplatz bei der Bundesregierung zu finden. Die "Süddeutsche Zeitung" (Montagausgabe) berichtete vorab unter Berufung auf eine Übersicht des Innenministeriums, in Kanzleramt, Ministerien und Bundesbehörden seien zum 1. Dezember vergangenen Jahres insgesamt 64 900 Arbeitnehmer mit Hauptschulabschluss beschäftigt gewesen. Das entspreche gemessen an der Gesamtbelegschaft einer Quote von 27,3 Prozent. Der Anteil der ehemaligen Realschüler habe bei 39,9, der der Abiturienten bei 28,9 Prozent gelegen. Für die übrigen Mitarbeiter hätten Eintragungen gefehlt.

Seit Ende 2005, dem Beginn der laufenden Legislaturperiode, hätten jedoch nur noch 2285 Hauptschüler eine Stelle in der Bundesverwaltung gefunden, schrieb das Blatt. Das seien lediglich 8,4 Prozent aller Neueinstellungen gewesen. Realschüler und Gymnasiasten hätten dagegen Werte von 42,3 und 46,5 Prozent erreicht. Zwar sei auch der Anteil der Hauptschüler an der Zahl aller Schulabgänger rückläufig, aber bei Weitem nicht in diesem Ausmaß.

Der FDP-Abgeordnete Volker Wissing, der die Aufstellung angefordert hatte, warf der Regierung vor, einfache Tätigkeiten aus Kostengründen immer stärker auszulagern. "Früher sind sich der Abteilungsleiter und der Mann an der Pforte als Kollegen begegnet. Heute sitzt am Einlass ein Betriebsfremder", sagte er der Zeitung. Das sei nicht gut für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Das Innenministerium erklärte dem Blatt zufolge, die Einstellung von Personal richte sich nach dem Bedarf.