Redeverbot für Bischof Williamson nach Holocaust-Leugnung

"Historische Fragen"

Der Generalobere der Piusbruderschaft, Bischof Bernard Fellay, hat seinem Mitbruder Richard Williamson nach dem Wirbel um dessen Leugnung des Holocaust ein Redeverbot erteilt. Fellay teilte am Dienstag (27. Januar) im schweizerischen Menzingen mit, er habe dem britischen Bischof "bis auf weiteres jedwede öffentliche Stellungnahme zu politischen oder historischen Fragen" untersagt.

Die Äußerungen Williamsons gäben "in keiner Weise" die Haltung der Piusbruderschaft wieder. Ein Bischof könne "nur zu Fragen des Glaubens und der Moral mit religiöser Autorität sprechen". Die Bruderschaft beanspruche "keinerlei Autorität über historische oder andere säkulare Fragen".

Williamson hatte in einem im Landkreis Regensburg aufgezeichneten Fernsehinterview behauptet, die historische Evidenz spreche gegen die Existenz von Gaskammern zur NS-Zeit. Auch seien nicht sechs Millionen Juden, sondern 200.000 bis 300.000 Juden von den Nazis ermordet worden, aber keiner in einer Gaskammer.

Die Äußerungen lösten große Entrüstung aus, die Regensburger Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein. Auch Papst Benedikt XVI. geriet in die Kritik, weil er am vergangenen Samstag die Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbruderschaft nach mehr als zwei Jahrzehnten aufgehoben hatte.