NATO will sich mehr um "Energiesicherheit" kümmern

"Militärbündnis will Mehrwert schaffen"

Die NATO will sich mehr um die "Energiesicherheit" sowie die "Freiheit der nördlichen Seewege" kümmern. Damit werde die Allianz einen "Mehrwert" für ihre 26 Mitgliedsstaaten schaffen, sagte NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer am Donnerstag (29. Januar) in der isländischen Hauptstadt Reykjavik. Er wies darauf hin, dass bereits der NATO-Gipfel von Bukarest 2008 dafür die Weichen gestellt habe. Mit dem Klimawandel komme nun dem Norden eine neue Bedeutung zu, da sich Seewege veränderten und durch die Eisschmelze am Nordpol der Zugang zu neuen Rohstoffquellen möglich werde.

Anlass der Überlegungen ist zum einen die Befahrbarkeit der sogenannten Nordwestpassage, die den Weg zwischen Westeuropa und Südostasien von bisher 12.600 Seemeilen via Panama-Kanal auf 7900 Seemeilen verringern würde. Die Passage, die durch die Inselwelt vor der kanadischen Küste führt, war 2007 erstmals nicht durch Eis blockiert gewesen.

Zum anderen will de Hoop Scheffer die NATO zum Dialogforum über die UN-Seerechtskonvetion von 1982 machen, die den Zugang zur Arktis für die fünf Anrainer-Staaten USA, Kanada, Norwegen, Dänemark und Russland regelt. In den vergangenen Jahren waren hier zunehmend Differenzen aufgekommen. Lediglich Russland gehört nicht zur NATO.