Tonaufzeichnungen im Kernkraftwerk Krümmel angeordnet

Entscheidungsabläufe bei Störfällen

Zur Rekonstruktion von Störfällen hat die Reaktorsicherheitsbehörde Tonaufzeichnungen im Leitstand des Kernkraftwerks (KKW) Krümmel angeordnet. Die Auflage sei gegen den Widerstand des Betreibers durchgesetzt worden, sagte ein Sprecher des schleswig-holsteinischen Gesundheitsministeriums am Mittwoch (25. Februar) in Kiel. Ziel sei es, Entscheidungsabläufe auf der Kernkraftwerkswarte künftig besser rekonstruieren zu können.

Störfälle könnten dank der Aufzeichnungen schneller und umfassender analysiert werden. Auch für die KKW in Brunsbüttel und Brokdorf solle es eine entsprechende Auflage geben. Bislang zeichnet kein deutsches KKW die Gespräche der Verantwortlichen im Leitstand auf.

Die vom Energiekonzern Vattenfall betriebenen KKW Brunsbüttel und Krümmel waren nach einem Kurzschluss beziehungsweise Trafobrand Ende Juni 2007 abgeschaltet worden. In beiden Kernkraftwerken sind die Reparaturarbeiten bislang noch nicht abgeschlossen.

Vattenfall kündigte an, "die technischen, arbeitspsychologischen und rechtlichen Details" der Audioüberwachung sorgfältig zu prüfen. Die Situation in der 120 Quadratmeter großen Kraftwerkswarte sei nicht mit einem Flugzeugcockpit zu vergleichen, sagte Sprecherin Barbara Meyer-Bukow. Wegen der Größe und der vielen Mitarbeiter sei es schwierig, die komplexe Kommunikation zuzuordnen. Zudem verwies das Unternehmen auf eine mögliche Verunsicherung der Mitarbeiter durch Gesprächsaufzeichnungen.