Laut Bundesregierung mindestens 41 Tote durch Rechtsextreme seit 1990

Pau zweifelt an Zahlen

Seit Anfang 1990 sind bundesweit mindestens 41 Menschen bei Tötungsdelikten mit tatsächlichem oder vermutetem rechtsextremen Hintergrund ums Leben gekommen. Das geht aus der am Dienstag (3. Februar) veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor.

Danach wurden dem Bundeskriminalamt im Zeitraum 1990 bis 2007 von den Ländern 34 vollendete Tötungsdelikte mit insgesamt 40 Todesopfern gemeldet. Für 2008 sei beim BKA bis zum Stichtag 22. Dezember ein Tötungsdelikt mit einem Todesopfer registriert worden, wobei diese Zahl nur vorläufig sei.

Die Innenexpertin der Links-Fraktion, Petra Pau, zweifelte die Zahlen an. Der Berliner "Tagesspiegel" habe bereits im Jahr 2000 einhundert Tötungsdelikte dokumentiert. Seither sind weitere hinzugekommen. Auch wegen dieser Differenzen forderte die Linke eine unabhängige Beobachtungsstelle für Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus.