Produktionsstopp beim EADS-Militärtransporter A400M wegen technischer Probleme

Technische Probleme bei EADS

Bei der Anschaffung des für Kriegseinsätze der Bundeswehr im Ausland vorgesehenen Großraumtransportflugzeuges A400M kommt es offenbar zu drastischen Verzögerungen. Einer Analyse der Berliner "Stiftung Wissenschaft und Politik" zufolge könnte das Rüstungsprojekt auch scheitern. Der europäische Rüstungskonzern EADS, eine Beteiligungsgesellschaft der Daimler AG, habe die Produktion wegen der technischen Probleme einstellen müssen. Die Bundeswehr hatte bei EADS 60 Maschinen im Wert von acht Milliarden Euro bestellt. Inzwischen hat sich der Betrag wegen gestiegener Kosten auf neun Milliarden Euro erhöht. Der A400M sollte von 2012 an die bisherigen Transportflugzeuge vom Typ "Transall" ablösen.

Das Bundesverteidigungsministerium will sich jetzt ein eingehendes Bild über die Lage machen. Offiziell wollte sich das Ministerium nicht äußern. Ursprünglich sollte der A400M schon im Februar 2008 seinen Erstflug absolvieren.

Der Wehrexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik, Sascha Lange, geht davon aus, dass sich die Politiker bemühen, das Projekt trotz aller Schwierigkeiten zu retten.

In einem solchen Fall könnte die Bundeswehr jedoch erst ab 2017 den A400M einsetzen. Bei einer verspäteten Lieferung könnte die Bundeswehr eine Konventionalstrafe bis zu 500 Millionen Euro bei EADS geltend machen, berichtete Lange.

Insgesamt sind an dem größten europäischen militärischen Beschaffungsprogramm im Wert von 20 Milliarden Euro neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Spanien, Belgien, die Türkei und Luxemburg beteiligt. Es sollten 180 A400M angeschafft werden.