Bilanzrecht wird reformiert

"Weniger Bürokratie für kleine Firmen"

Der Bundestag hat am Donnerstag (26. März) mit den Stimmen der großen Koalition und der FDP eine umfangreiche Reform des Bilanzrechts beschlossen. Damit werden unter anderem 500.000 kleinere Unternehmen durch Anhebung der Schwellenwerte von einer umfangreichen Rechnungslegung entlastet, sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD). Das Einsparvolumen beträgt etwa eine Milliarde Euro. Die neuen Bilanzierungsregeln sollen spätestens ab 2010 gelten. Weitere 300 Millionen Euro an Einsparung soll es für kleine Kapitalgesellschaften geben.

So ist unter anderem vorgesehen, dass Einzelkaufleute mit maximal 500.000 Euro Umsatz und 50.000 Euro Gewinn pro Geschäftsjahr von der Verpflichtung zur Buchführung und Bilanzierung nach den handelsrechtlichen Vorschriften befreit werden.

Kleine Kapitalgesellschaften müssen ferner ihren Jahresabschluss nicht von einem Abschlussprüfer prüfen zu lassen und müssen künftig nur ihre Bilanz, nicht aber die Gewinn- und Verlustrechnung offenlegen.

Zudem werden Unternehmen zu einer stärkeren Offenlegung von Risiken verpflichtet. Damit werde eine der Lehren aus der Finanzmarktkrise gezogen, betonte Zypries. Ferner sollen auch Patente in die Bilanz beispielsweise von jungen Unternehmen eingestellt und Rückstellungen besser bewertet werden. Das würde gerade Startups zugute kommen. Zypries betonte, mit dem neuen Gesetz werde "die größte Reform des Bilanzrechts seit mehr als 20 Jahren" erreicht.